Pfingst-Brokdorf-Demo

Pfingstsonntag: Auftaktdemo und -kundgebung zu den Blockaden am AKW Brokdorf

Das Anti-Atom-Bündnis Unterelbe, in dem auch die BUND-Kreisgruppe
organisierend mitwirkte, hatte zu einer Auftaktveranstaltung aufgerufen
anlässlich der geplanten Blockaden am AKW Brokdorf.
Die Kundgebung begann am Pfingstsonntag um 6 vor 12 Uhr in der Nähe von Wewelsfleth.
Gegen 400 Menschen beteiligten sich an der bunten und sonnigen Protestaktion.
Auf die einführenden Worte von Marianne Kolter (Anti-Atom-Bündnis Unterelbe, Foto rechts)
folgte Karsten Hinrichsens Rede, in der er u.a. darauf hinwies, dass nach einem GAU die radioaktive Wolke innerhalb von 3 Stunden Hamburg erreichen könnte. Auch der Ausstiegsbeschluss - warnte er - sei nach neuen Bundestagswahlen reversibel.
Von den Blockierer-Gruppen äußerten sich die jeweiligen Pressesprecher
Luise Neumann-Cosel (X-tausendmalquer) und Christoph Kleine (BlockBrokdorf)
und erläuterten, dass die Blockade-Aktionen auf den kommenden Samstag ff.
verschoben seien, da Eon den Termin für die Revisionsarbeiten verschoben habe.
Walter Sauermilch setzte sich in seinen „Veteranengedanken“ mit
den legendären Großdemonstrationen um das AKW Brokdorf  (1976, 1981, 1986)
und den brutalen Polizeiaktionen des Atomstaats auseinander.
Bevor der Demonstrationszug aufbrach, wurde noch eine Probe-Sitzblockade
unter Regie von Uwe Zabel von der IG Metall Unterelbe (rote Kappe) durchgeführt.
.
Demonstrationszug zum AKW Brokdorf
Dann war es so weit: Die rund 400 Teilnehmer zogen
zum Tschernobyl-Gedenkstein am AKW.
Dort verteilten sie sich, um eine Menschenkette zu bilden,
die den Atommeiler umschließen sollte.
In Anbetracht der Teilnehmerzahl blieb sie an einigen Stellen jedoch etwas lückig.

Das Abschlusskonzert

Das Abschlusskonzert fand wiederum auf der Henneke-Wulf-Str. statt, dem Ausgangspunkt. Martin Storm begeisterte nicht nur mit seinen Protestsongs, sondern trug auch Lieder aus den Anfängen der Anti-AKW-Bewegung vor.
Da die Bühne wegen des Demonstrationszuges weggefahren war, konnte Martin sein Konzert-Equipment nicht aufbauen und musste auf die musikalische Begleitung seiner Band verzichten. Er verstand es dennoch zu improvisieren und sang playback zu seiner mitgebrachten CD.
Seine treuesten Zuhörerinnen dankten es ihm und lauschten ihm bis zum letzten Ton.
Im Ganzen war es eine fröhliche, friedliche Veranstaltung bei schönstem Wetter, die mehr Teilnehmer verdient hätte. Friedlich und freundlich auch von Seiten der Polizei.
Der Bericht der Reaktorsicherheitskommision hat die vorhandenen Bedenken gegen die fehlende Sicherheit aller AKWs noch einmal bestätigt. Deshalb gilt: der vorgesehene Ausstiegstermin ist zu zögerlich und bedient das finanzielle Betreiberinteresse. Die letzten Atomkraftwerke müssen doppelt so schnell vom Netz.

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