Anti-Atom - Großdemo im Wendland
Mit dem Bus zur Großdemonstration ins Wendland
23.000 Menschen brachten am 26. November (zusätzlich zu den 2500 Aktivisten an der Castor-Transportstrecke) ihren Widerstand gegen die Castor-Transporte zum Ausdruck.Der Salzstock Gorleben im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg wurde bereits in den siebziger Jahren als Endlager für radioaktiven Müll ausgewählt. Die Wahl für Gorleben erfolgte aus rein politischen Gründen. Dass die Anlage bis heute trotz immenser Risiken weiter ausgebaut wird, ist ein Skandal.
Als atomare Lagerstätte bleibt Gorleben nach wie vor vollkommen ungeeignet, denn Grundwasserkontakt und nahe Gasfelder bergen große Gefahren.
Als atomare Lagerstätte bleibt Gorleben nach wie vor vollkommen ungeeignet, denn Grundwasserkontakt und nahe Gasfelder bergen große Gefahren.
Deswegen hatten die BUND Kreisgruppe und die Steinburger GRÜNEN wie im vergangenen Jahr eine Busfahrt zur Großdemo organisiert.
Der Bericht:
Auf Anraten von .ausgestrahlt, dem Mitorganisator der Großdemo, reisten wir mit unserem mit 50 Teilnehmern voll besetzten Bus diesmal nicht durch den Elbtunnel über Lüneburg ins Wendland, sondern fuhren direkt durch Hamburg, dann auf der A 24 bis Ludwigslust und überquerten die Elbe bei Dömitz. Die Route war zwar länger, garantierte dafür aber eine stress- und staufreie An- und Abreise. So blieb uns ein Steckenbleiben vor dem eigentlichen Kundgebungsort, wie den etwa 2500 von Westen Anreisenden, erspart.

Zwischenstopp an der A 24 + Wir wurden auf einer Nebenstraße der B 191, die zum Busparkplatz erklärt wurde, mitten in einem Waldstück abgesetzt und marschierten zum „Auftaktpunkt Ost“, übrigens dem gleichen Acker, auf dem die Großdemo 2010 stattfand.

Jung und alt warteten auf die Auftaktkundgebung mit Redebeiträgen zum Thema „Umwelt und Leben“ von Renate Backhaus (BUND-LV Nds), Christoph Bautz (Campact) und diversen Vertretern von Initiativen und Aktionsbündnissen.
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Dieser von Campact originalgroß nachgebaute Castor tourte seit dem 10. Nov. von Karlsruhe durch zehn Innenstädte und wurde am 23. Nov. vor dem Umweltministerium in Berlin abgestellt.
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Dieser von Campact originalgroß nachgebaute Castor tourte seit dem 10. Nov. von Karlsruhe durch zehn Innenstädte und wurde am 23. Nov. vor dem Umweltministerium in Berlin abgestellt.

Gegen 14.15 Uhr setzen sich die beiden Demonstrationszüge von Ost bzw. West Richtung Hauptkundgebungsplatz in Bewegung. Unser Zug wirdvon vier Treckern und dem Castor-Truck angeführt. Ein Polizeihubschrauber startet im Hintergrund.

Auf der B 191 marschierten wir zum großen Kundgebungsfeld.
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An unserem Demo-Zug nahmen auch japanische Delegierte von „Friends of the Earth International“ teil, die zur Bundesdelegiertenversammlung vom BUND eingeladen waren.
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An unserem Demo-Zug nahmen auch japanische Delegierte von „Friends of the Earth International“ teil, die zur Bundesdelegiertenversammlung vom BUND eingeladen waren.

Auf dem Hauptgelände vor dem riesigen Banner der französischen Atomkraftgegner (übersetzt Atomkraft tötet die Zukunft) waren schon die 452 Traktoren aufgereiht, die allerdings….
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…..vom Presselift aus eindrucksvoller zu sehen sind, siehe http://www.flickr.com/photos/rubenneugebauer/6406664907/in/set-72157628162945263
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…..vom Presselift aus eindrucksvoller zu sehen sind, siehe http://www.flickr.com/photos/rubenneugebauer/6406664907/in/set-72157628162945263

Die Antiatombewegung ist nicht befriedet, mit 23000 Teilnehmern ist dies nach 2010 die zweitgrößte Demonstration im Wendland.
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Ein unübersehbares Zeichen setzen die Demonstranten mit Fahnen, Schildern, Bannern und Gerüsten
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Ein unübersehbares Zeichen setzen die Demonstranten mit Fahnen, Schildern, Bannern und Gerüsten

Auf der Bühne, hier Charlotte aus Frankreich, sprach zu Beginn ein afrikanischer Gast über die Bedingungen des Uran-Abbaus in Tansania. Ans Herz gehend waren die Schilderungen der japanischen Mutter, die mit ihren zwei Kindern ihre Heimat verloren haben, weil sie aus Fukushima 100 km weit entfernt evakuiert werden mussten. Sie sieht nun ihre Lebensaufgabe darin, den Ausstieg aus der Atomkraft zu erkämpfen.
Die Redebeiträge von Hubert Weiger (BUND) und Jochen Stay (.ausgestrahlt) waren wie immer überzeugend und kämpferisch, ebenso die von Kerstin Rudek (BI Lüchow-Dannenberg).
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Es folgten ein Interview mit Hartmut Tölle vom DGB, ein Beitrag von der Südblockade, ein Grußwort aus dem Gefängnis von der Franziska, die sich 2008 ans Gleis gekettet hatte, und ein Bericht von Luise Neumann-Cosel zu den Protestaktionen im Wendland. Nachdem der Vertreter der Bäuerlichen Notgemeinschaft geredet hatte, trugen deren Kinder zum Abschluss einen emotional bewegenden Protestsong vor. Die Botschaft war klar: Der Widerstand im Wendland geht über auf die nächste Generation.
Die Redebeiträge von Hubert Weiger (BUND) und Jochen Stay (.ausgestrahlt) waren wie immer überzeugend und kämpferisch, ebenso die von Kerstin Rudek (BI Lüchow-Dannenberg).
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Es folgten ein Interview mit Hartmut Tölle vom DGB, ein Beitrag von der Südblockade, ein Grußwort aus dem Gefängnis von der Franziska, die sich 2008 ans Gleis gekettet hatte, und ein Bericht von Luise Neumann-Cosel zu den Protestaktionen im Wendland. Nachdem der Vertreter der Bäuerlichen Notgemeinschaft geredet hatte, trugen deren Kinder zum Abschluss einen emotional bewegenden Protestsong vor. Die Botschaft war klar: Der Widerstand im Wendland geht über auf die nächste Generation.
Presse-Erklärung des Bundes-BUND:
Anti-Atom-Protest in Dannenberg.
Hubert Weiger: "Fukushima und Gorleben stehen für Risiken der Atomkraft"
Hubert Weiger: "Fukushima und Gorleben stehen für Risiken der Atomkraft"
Dannenberg: Bei der Protestkundgebung gegen den Castor-Transport nach Gorleben hat der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger den zögerlichen Ausstieg aus der Atomkraftnutzung kritisiert. "Wie Fukushima steht auch Gorleben für die Risiken der Atomkraft. In Japan ist es die plötzlich eingetretene Katastrophe, im Wendland ist es eine schleichende. Mit jedem Castor-Transport wächst hier die Menge des radioaktiven Strahlenabfalls, von dem über Jahrtausende unkalkulierbare Gefahren ausgehen", sagte Weiger in einer Rede vor rund 25.000 Demonstranten.
Der BUND-Vorsitzende dankte den Atomkraftgegnern für ihr bisheriges Engagement gegen die Schwarz-Gelbe Atompolitik: "Ohne euren Einsatz wäre die Bundesregierung nicht gezwungen gewesen, die Laufzeitverlängerungen zurückzunehmen und acht alte und störanfällige Atommeiler stillzulegen. Und wir akzeptieren nicht, dass in Deutschland noch bis 2022 Atomkraftwerke laufen sollen. Dies bedeutet ein ständiges Risiko und ist nicht die notwendige Antwort auf die Katastrophe von Fukushima", sagte Weiger.
Die Kundgebung in Dannenberg war der vorläufige Höhepunkt der Proteste gegen den diesjährigen Castor-Transport. Mehrere Redner kritisierten die Atom-Politik der Bundesregierung, die den ungeeigneten Salzstock in Gorleben zum Endlager für hochradioaktiven Abfall machen will. Dazu Hubert Weiger: "Gorleben ist als Standort für ein Endlager geologisch nicht geeignet und muss endlich aufgegeben werden. Für den Strahlenabfall aus den Atomkraftwerken kann es kein sicheres Lager für eine Million Jahre geben. Deshalb muss die Produktion von weiterem Atommüll sofort eingestellt werden."

