Preis für: De Fischer ut Grambek
Pressemitteilung Nr. 5 des BUND Schleswig-Holstein vom 27. Januar 2012
Öko-Landbau: Bundesweit prämiert, vom Land abgewürgt
Am heutigen „Tag des Öko-Landbaus“ wurde auch ein Öko-Betrieb aus Schleswig-Holstein von Ministerin Aigner ausgezeichnet: „De Fischer ut Grambek“, ein Bioland Fischzuchtbetrieb aus dem lauenburgischen Grambek. Doch die Öko-Branche gelte nichts im eigenen Land, beklagt der BUND Schleswig-Holstein. „Mit dem endgültigen Herunterfahren der Fördermittel hat Ministerin Rumpf der Öko-Branche offensichtlich den Kampf angesagt“, bedauert die Landesvorsitzende Sybille Macht-Baumgarten.
In Schleswig-Holstein gehe der Öko-Landbau bei der Vergabe von Fördermitteln über das Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (ELER) bis zum Ende der Förderperiode in 2013 endgültig leer aus. Dies obwohl Mittel für andere Agrarumweltmaßnahmen in der Landwirtschaft bereit stünden und nicht abgerufen würden. Die Nachfrage der Betriebe nach Mitteln für den Öko-Landbau aus diesem Programm sei hingegen ungebrochen hoch.
„Das Land spart nicht wirklich, wenn es Mittel für den ökologischen Landbau streicht, sondern verschenkt Geld“, rechnet BUND-Landesgeschäftsführerin Dr. Ina Walenda vor: „Aus einer Investition von 400.000 Euro ließen sich mit Mitteln aus Brüssel und Berlin rund 2 Millionen Euro für Schleswig-Holstein herausholen.“ Die Mittel für den Öko-Landbau sollen die gesellschaftlichen Leistungen des Öko-Landbaus beim Klima- und Gewässerschutz sowie beim Erhalt der biologischen Vielfalt honorieren. Ohne Fördermittel seien die von der Bevölkerung mehr und mehr geforderten Leistungen im Umwelt- und Naturschutz nicht zu erbringen. Doch dafür fehle der Landesregierung offensichtlich der politische Wille.
Durch die sukzessive Streichung der Fördermittel bereits in den Vorjahren habe das Land bei der Anzahl der Bio-Betriebe eine Spirale nach unten in Gang gesetzt: Bereits in 2010 nahmen die Erzeuger um 2,1 Prozent ab, die Anbauflächen sanken um 220 Hektar. So seien erstmals die Anzahl der schleswig-holsteinischen Öko-Betriebe und zugleich die Öko-Anbauflächen gesunken. In 2011 belege Schleswig-Holstein im Bundesländervergleich nun mit Abstand den traurigen letzten Platz.
Die Landesregierung nehme in Kauf, dass Schleswig-Holstein bei Öko-Lebensmitteln noch mehr zum Importland werde. Die stetig wachsende Nachfrage nach Bio-Erzeugnissen werde zukünftig weiterhin überwiegend aus dem benachbarten Ausland bedient. So habe Dänemark jüngst beschlossen, seine Öko-Bauern erheblich besser zu fördern, um die Öko-Anbauflächen und Absatzmärkte deutlich auszuweiten.
„Statt einseitig den weiteren Ausbau von Maiswüsten und Massentierhaltungsanlagen zuzulassen, brauchen wir ein Umsteuern hin zu natur- und umweltverträglichen Produktionsweisen wie dem Öko-Landbau“, fordert die BUND-Landesvorsitzende. Die Bevölkerung habe durchaus sehr klare Vorstellungen von Landwirtschaft und lasse sich nicht länger als „halbwissend“ und „emotional“ abspeisen.

