AKW Brokdorf - Trafoschaden
Pressemitteilung der Kreisgruppe Steinburg des BUND
11.8.2011
11.8.2011
Trafoschaden : das AKW Brokdorf kommt in die Jahre
Zwei Wochen nach den Revisionsarbeiten hat das sog. Buchholz-Relais einen der beiden ca. 25 Jahre alten Transformatoren im AKW Brokdorf vor einem Brand bewahrt. Der Schaden war bei der Revision nicht erkannt worden, und es stellt sich die Frage: wie viele Aggregate im AKW Brokdorf bereits ebenfalls ihre Lebensdauer erreicht haben. Der BUND warnt e.on davor, einen Teillastbetrieb mit dem zweiten Trafo aufzunehmen; denn aus einem Trafodefekt können sich erhebliche Komplikationen/Fehlfunktionen ergeben – wie im AKW Krümmel geschehen.
Die diesjährige Revision deckt eine Reihe von Mängeln auf
Wie der Wiederanfahrgenehmigung für das AKW Brokdorf vom 28. Juli 2011 zu entnehmen ist,
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gab es ein defektes Brennelement im AKW, woraus sich höhere Radioaktivitätsabgaben ergeben
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konnten 39 der 193 Brennelemente wegen Auffälligkeiten an den Abstandshalterecken nicht wieder eingesetzt werden
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ereignete sich eine Leckage mit radioaktivem Jod
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wurden an 12 der geprüften 40 Steuerelemente Befunde festgestellt (warum wurden nicht alle 61 geprüft?)
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waren falsche („nicht spezifikationsgerechte“) Feinsicherungen eingebaut worden
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war die Revisionszeit um 2 Wochen verlängert, im wesentlichen, weil es zu Handhabungsschwierigkeiten wegen „steifigkeitsbeeinflussender Designmerkmale“ der Brennelemente kam.
Die Abschaltsicherheit ist nicht 100%ig gewährleistet
Seit 2010 ist bekannt, dass sich Brennelemente im AKW Brokdorf (und anderen AKW) verbiegen und verdrehen, so dass die Abschaltfähigkeit des AKW beeinträchtigt werden könnte. Deshalb wurden Steuerstabfallversuche durchgeführt (entsprechend der Bremsenprüfung beim Auto-Tüv). Die geforderten Fallzeiten wurden zwar eingehalten. Dennoch hat die Reaktorsicherheitsbehörde zur Auflage gemacht, dass innerhalb von vier und acht Monaten erneut Fallversuche durchzuführen sind, und sie hat die Reaktorsicherheitskommission eingeschaltet.
Der BUND fordert den Betreiber auf, im AKW Brokdorf nur Brennelemente zu verwenden, die eine ausreichende Steifigkeit aufweisen, weil es sonst zur Katastrophe kommen kann, wenn nämlich die Steuerstäbe klemmen.
Wirtschaftlichkeit darf nicht vor Sicherheit gehen!
Weiter bemängelt der BUND, dass das AKW Brokdorf wieder angefahren wurde, ohne dass die von der Reaktorsicherheitskommission nach dem SuperGAU von Fukushima angeregte Sicherheitsüberprüfung abgeschlossen ist.
Auch das AKW Brokdorf muss für immer abgeschaltet werden!
i.A. Karsten Hinrichsen, BUND-Mitglied, Tel. 04829/7080

