Hilfe, Wespen !

„Hilfe, wir haben ein Wespennest, wie kann ich es schnell loswerden?“

 

Dieser Hilferuf erreicht jetzt wieder Feuerwehren, Imker und Naturschutzvereine. Leider gibt es meist keine einfache Lösung. Die Feuerwehren dürfen nur bei öffentlichen Gebäuden tätig werden, um den gewerblichen Schädlingsbekämpfern keine Konkurrenz zu machen. Die Imker können sich vor Anfragen kaum retten und sind zeitlich überfordert. Meist ist eine Umsiedlung des Wespenstaates technisch unmöglich, die Nester befinden sich in Hohlräumen oder alten Mäuselöchern und werden von den wehrhaften Tieren beherzt verteidigt. Die geprüften Schädlingsbekämpfer setzen daher starke Insektengifte ein, deren Anwendung im häuslichen Umfeld gesundheitschädlich sein. Zudem ist der Einsatz sehr kostspielig.

 

Wer mehr über die interessante Lebensweise der Tiere weiß, kann mit einfachen Verhaltensregeln die Wochen bis zum Ende des Wespenvolkes überstehen:

Alle Wespen sterben im Spätsommer ab, bis auf die überwinternden Königinnen. Diese gründen im Frühjahr ein neues Volk und bauen ein neues Nest. Für die Fütterung der Wespenlarven müssen Arbeiterinnen eine Unmenge von Fliegen, Raupen und anderer Insektennahrung herbeischaffen, womit sie für den Gärtner eine große Hilfe darstellen. Damit sind sie so beschäftigt, dass es bis zum August kaum zu Belästigungen durch Wespen kommt. Dann stellt die Königin die Eiablage ein und das arbeitsaufwändige Füttern der Larven entfällt. Jetzt nutzen die Arbeiterinnen ihren wohlverdienten “Ruhestand”, um sich an Obst und anderen süßen Speisen zu vergnügen.

 

Nur die Deutsche Wespe und die Gemeine (= Gewöhnliche) Wespe werden für die Menschen zeitweise im Jahr lästig. Jetzt teilen sie unsere Vorliebe für süße Speisen und Getränke und können aggressiv werden und stechen. Alle übrigen neun Faltenwespen-Arten, unter ihnen die Hornissen, vermeiden als friedfertige Arten grundsätzlich ein Anfliegen von Menschen.

Befindet sich ein Nest der Deutschen oder Gemeinen Wespe in unmittelbarer Hausnähe, lässt sich durch Beachtung einfacher Verhaltensregeln sowie zusätzlicher Hilfsmittel die kurze Zeit bis zum Ende des Wespenvolkes im September meist ohne schmerzliche Erlebnisse überstehen.

 

  • Im Abstand von 2-3 m vom Nest heftige Bewegungen und Bodenerschütterungen (z.B. Rasenmähen) vermeiden und in dieser Zone die Flugbahn nicht versperren.
  • Kleinkinder durch Absperrungen (Quergelegte Leitern, Bänder, etc.) vom Nestbereich fernhalten.
  • Nie mit Gegenständen in den Einfluglöchern stochern und keine Wasserschläuche auf Wespennester richten. Tiere im Nestbereich nicht anpusten.
  • Süße Speisen und Getränke nicht unbedeckt im Freien stehen lassen. Lebensmittel durch Gazenetze oder Plexiglashauben schützen.
  • Nichts aus offenen Flaschen trinken, Strohhalme benutzen.
  • Fallobst absammeln, nicht barfuß laufen.
  • Wespen den Zugang zu Innenräumen durch Mückennetze, Vorhänge, etc. versperren.

Wie man die Wespenarten unterscheiden kann und weitere Tipps und Ratschläge finden sie in unserem aktuellen Faltblatt „Stichpunkt Wespen“, erhältlich unter www.bund-sh.de  und beim BUND gegen Einsendung eines mit -,55 € frankierten Freiumschlages.

 

Informationen liefert auch die Seite www.hymenoptera.de

Zusätzliche Informationen