Mehr Verkehr durch Mineralwasser

Mehr Verkehr durch Mineralwasser:


Mit den Temperaturen steigt naturgemäß auch der Durst. Der Griff zur Mineralwasserflasche liegt seit Jahren im Trend - Tendenz steigend. Jeder Schleswig-Holsteiner konsumiert statistisch gesehen 123 Liter Mineralwasser pro Jahr. Damit wurden im Jahr 2004 von allen Schleswig-Holsteinern zusammen 347.908,944 Tonnen Wasser vom Einkaufsort wegtransportiert!

Neben der lästigen „Schlepperei“ bringt der Mineralwasserkonsum nicht selten lange Transportwege des Wassers per Lkw über die Autobahnen mit sich. Das ‘edle’ Mineralwasser aus Italien mit über 1000 Kilometern Transportweg belastet unsere Umwelt. Trinken wir doch statt dessen unser normales Trinkwasser! Zum Klimaschutz und gegen die Feinstaubproblematik kann so jeder Einzelne einen kleinen persönlichen Beitrag leisten, der keinerlei Verzicht verlangt. Damit entfallen zudem überflüssiger Verpackungsmüll und der Frischwasserverbrauch zum Flaschenreinigen.

Die Mineralwasserindustrie behauptet zwar, die Qualität von Leitungswasser wäre schlechter als die des Mineralwassers und aufgesprudeltes Leitungswasser könne niemals Mineralwasser sein, doch einen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt es bislang nicht. Fest steht nur, Leitungswasser ist, verglichen mit Mineralwasser, ein umweltfreundlicherer Durstlöscher. Sein Transportmittel ist lediglich das städtische Rohrleitungssystem. Zudem hat Trinkwasser in Schleswig-Holstein eine hervorragende Qualität und ist preislich deutlich günstiger als Mineralwasser.

Sofern Mineralwasser aus geschmacklichen Gründen dennoch bevorzugt wird, so sollte es dann ein Wasser aus der Region sein. Auch in der Gastronomie sollte aus den genannten Umweltgründen stets nach hiesig hergestelltem Wasser gefragt werden. In Schleswig-Holstein stehen Produkte von immerhin fünf Mineralwasserbrunnen zur Auswahl.

Hintergrundinformation
Eine Besonderheit in Deutschland ist die große Anzahl an Mineralwasserquellen. Bundesweit gibt es 230 Mineralwasserbrunnen (davon fünf in Schleswig-Holstein). Bewegungen der Erdkruste haben die Gesteinsschicht aufgebrochen, wodurch Regenwasser in die Tiefe eindringen kann. So gelangen Mineralstoffe und Spurenelemente in das Wasser hinein. Je nach Gestein verändern sich die stoffliche Zusammensetzung und der Geschmack. In Schleswig-Holstein wird das Grundwasser regelmäßig und systematisch beobachtet. Dies geschieht mit sogenannten Grundwassermessstellen, die im ganzen Lande verteilt sind. Seit dem Jahr 2000 legt die EU-Wasserrahmenrichtlinie die Anforderungen dafür fest. Die konkreten Kriterien für die zukünftige Grundwasserqualität werden zur Zeit auf EU-Ebene im Zusammenhang mit einer neuen EU-Grundwasserrichtlinie diskutiert.

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