Hackstruck - Stellungnahme des BUND-Steinburg

Stellungnahme des BUND zur geplanten F-Plan-Änderung - 19. Januar 2012

Kein Kahlschlag im Hackstruck !

Mit großer Eile wurde eine Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Itzehoe auf den Weg gebracht. Ziel des mit heißer Nadel gestrickten Vorentwurfs ist es, dem Klinikum Bedingungen zu schaffen, 3,5 ha des wertvollen Naherholungswaldes Hackstruck abzuholzen für bauliche Zwecke. Der Hackstruck ist ein Wald, der schon in den ältesten Landkarten des Kreises Steinburg (1651) verzeichnet ist.

Der BUND lehnt betriebsnotwendige Erweiterungen des hiesigen Regionalkrankenhauses nicht grundsätzlich ab, fordert jedoch eine sorgfältige Ausschöpfung aller Möglichkeiten, Eingriffe zu vermeiden und unvermeidliche Eingriffe möglichst klein zu halten, um die Vitalität des wertvollen Stadtwalds zu erhalten. Dieses - auch gesetzliche - Erfordernis wurde im Ende 2011 vorgelegten Vorentwurf zur 1. F-Plan-Änderung nicht erfüllt.
Im Gegenteil:

  • Verschleiert werden die Absichten des Krankenhauses, noch mehr vorhandene Parkplatzfläche zu überbauen - wofür bleibt offen.

  • Der Eingriff wird jetzt noch verschlimmert, indem die Robert-Koch-Straße an den nördlichen Rand der Abholzungsfläche verlegt werden soll. Dadurch werden Verkehrslärm und -schadstoffe 100 m weit in hochwertige Waldteile hineingetragen, die bisher davon weitgehend verschont waren.

  • Die Verlegung der Robert-Koch-Str. führt dazu, dass vorwiegend wertvollere Teile des Hackstruck abgeholzt und die weniger wertvollen verschont werden.

  • Frage: Wer soll dieses Millionenprojekt Straßenverlegung eigentlich bezahlen? Die klamme Stadt Itzehoe? Das Klinikum, das fürs Personal chronisch kein Geld hat? Das hoch verschuldete Land SH?

  • An keiner Stelle werden Zahlen vorgelegt, wie hoch der Flächenbedarf der angedachten Bauvorhaben ist und welche Eingriffsgröße sich daraus errechnet.

  • Obwohl die große Wiese des jetzigen Hubschrauberlandeplatzes als Baufläche frei werden wird, wenn der Landeplatz aufs Klinikdach verlegt wird, wird sie nicht genutzt, um hier Klinik-nah zu bauen und den Waldeingriff zu verkleinern.

  • Immer noch soll Wald für Parkplätze abgeholzt werden, obwohl man hinreichend Parkplätze schaffen könnte, wenn man die vorhandenen entlang der bestehenden Robert-Koch-Str. mit Parkdecks überbauen würde.

  • Immer noch soll Wald vernichtet werden für ein sog. „Patientenhotel“, ein komfortables Wellnes-Hotel für ambulante Patienten, für das es keine Investoren gibt und für das auch nie ein Investor gesucht wurde. Es ist auch keiner in Sicht.

Die Planunterlagen sind mit heißer Nadel gestrickt, ihre Rücksichtslosigkeit gegenüber dem ökologisch wertvollen Waldbestand zeigt sich auch darin, dass die Eingriffe vorwiegend in den älteren Wald erfolgen sollen und weniger in die leichter ersetzbaren Aufforstungsteile jüngerer Zeit.
Die BUND-Kreisgruppe fordert, endlich ernsthaft zu prüfen, wie sich die notwendigen Vorhaben des Klinikums so verwirklichen lassen, dass möglichst wenig Waldfläche in Anspruch genommen werden muss. Die Eingriffsfläche sollte die wertvolleren Bereiche des Waldes möglichst schonen.
3 ha des Hackstruck wurden schon für die Errichtung des Krankenhauses für Parkplätze und Straßenbau vernichtet. Jetzt haben Klinikum und Stadt wieder gut 3,5 ha im Visier. Dieser Raubbau an der Natur muss ein Ende haben. Nur wenn alle Möglichkeiten der Vermeidung und Verringerung ausgeschöpft sind, kann über eine maßvolle Beanspruchung nachgedacht werden. Das ist bei den jetzigen Planungsabsichten nicht der Fall. Eine Änderung des Flächennutzungsplans ist deshalb abzulehnen.

  • Hier finden Sie die aktuelle Stellungnahme zum Vorentwurf der F-Plan-Änderung (Jan.2012)

  • Hier finden Sie die detaillierte Stellungnahme der BUND-Kreisgruppe Steinburg zur Planvariante 6 des Klinikums IZ - BUND-Stellungnahme zu Planvariante 6 (Aug. 2010)

  • Hier finden Sie das Hackstruck-Plakat des BUND-Steinburg - BUND-Hackstruck-Plakat

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